Hyoscyamus Niger

Mit der Abkürzung Hyos. wird in diesem Repertorium das homöopathische Mittel Hyoscyamus Niger bezeichnet.

Das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) ist eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Bekannt ist diese Pflanze auch unter dem Namen Hexenkraut.

 

Hyoscyamus niger

Hyoscyamus niger

 

Toxikologishe Eigenschaften des Hexenkrauts

Das Hexenkraut ist als aboslut giftige Pfanze einzuschätzen. Giftige Hauptinhaltsstoffe sind die Tropan-Alkaloide Scopolamin und Hyoscyamin.Die Grenzwerte von berauschender und toxischer Dosis liegen sehr nahe beieinanderliegen. Ebenso ist der Wirkstoffgehalt von Pflanze zu Pflanze sehr unterschiedlich - es können sehr schnell schwere Vergiftungen auftreten, die aufgrund der hohen Toxizität der Stoffe tödlich enden können.

Vergiftungssymptome:

  • Hautrötung
  • trockener Mund
  • Unruhe
  • Schläfrigkeit
  • Halluzinationen
  • Verwirrtheit
  • Pupillenerweiterung
  • Herzrhythmusstörungen
  • komatöse Zustände
  • Bewusstlosigkeit
  • Tod durch Atemlähmung

Weiters können irreversible Schäden aufgrund der Neurotoxizität der Inhaltsstoffe auftreten (Gedächtnisverluste und Verhaltensstörungen).

 

Medizinische Anwendung von Hyoscyamus niger

In der früherern Naturheilkunde wurde die halluzinogen und narkotisch wirkende Pflanze als krampflösendes Mittel und als Räuchermittel bei Asthma bronchiale eingesetzt. Heute ist der Einsatz als obsolet anzusehen, da der Wirkstoffgehalt stark schwankt und es häufig zu Vergiftungen kam.

 

Hyoscyamus niger in der Homöopathie

In der Homöopathie wird Bilsenkraut als Konstitutionsmittel bei hochgradigen Erregungszuständen mit Halluzination, Hysterie, Manie und Lähmung der Schließmuskeln (Darm, Blase) sowie gegen "Kitzelhusten", Krämpfe, Delirien, Schlaflosigkeit und Durchfall eingesetzt.

Bei der Herstellung der Urtinktur wird die ganze Pflanze im blühenden Zustand verwendet. Früher wurden auch Extrakte des Bilsenkrauts zur Herstellung von Laudanum verwendet.

 

Histrorischer Fall von 1903 (toxische Gastritis)

Der Patient (M., 45 J. alt) hatte am Nachmittag Milch getrunken, und war ihm gleich ein eigentümlicher Beigeschmack derselben aufgefallen. In der Nacht erkrankte er mit Übelkeit und Durchfall, Schwindel und häufigem Singultus. Dieser Zustand steigerte sich bis zum Kollaps. Es war Durst vorhanden, aber alles Getrunkene wurde sogleich wieder ausgebrochen. Ausserdem wurde über mäßige Schmerzen in der Magengegend geklagt. Nux Vomica, Veratrum Album und Arsenicum Album blieben erfolglos. Hyoscyamus niger Urtinktur 15 Tropfen in Wasser gelöst und alle 5 Minuten eingegeben, beseitigte die bedrohlichen Erscheinungen in 1/2 Stunde. Darauf stellte sich Schlaf ein, und erwachte Patient nächsten Morgen gesund wieder.

In den folgenden beiden Fällen war der Zustand ähnlich. Nach dem Genuss von verdorbenen Speisen und Getränken, Übelkeit und, Erbrechen, Schmerzhaftigkeit in der Magengegend, Durst mit Unverträglichkeit gegen Getränke, Singultus. und Kollapssymptome. Stets erfolgte nach vergeblicher Anwendung anderer Mittel auf den Gebrauch von Hyoscyamus in kürzester Zeit Nachlassen der Störungen.

(Dr. Golden, Hahn. Month. Sept. 1903.)



Zusätzliche Informationen:

Hier geht es zurück zum Mittelverzeichnis.

Symptome und Krankheiten zu Hyoscyamus Niger:

Zusätzliche Informationen:




Analyse von Hyoscyamus Niger

Gemüt
Sehen
Husten
Zähne
Blase
Fieber
Mund
Allgemein
Kehlkopf und Luftröhre
Hören

Zusätzliche Informationen:


Hier geht es zurück zum Mittelverzeichnis.

Hyoscyamus Niger Modalitäten Analyse

Der Begriff Modalitäten leitet sich vom lateinisch Begriff Modus ab, und bedeutet Art oder Weise. Die Modalitäten erfassen in der Homöopathie alle Umwelteinflüsse, die sich verschlimmernd oder verbessernd auf das Allgemeinbefinden oder den Krankheitsprozess auswirken. Die Modalitätensymptome sind in der Klassischen Homöopathie eine große Hilfe bei der Differenzierung von homöopathischen Arzneimitteln und verfeinern das Suchergebnis.

Es sind derzeit keine Modalitäten bekannt die eine Verbesserung der Symptome herbeiführen.

Eine Verschlimmerung der Symptome tritt auf ...

  • durch Berührungen
  • beim Hinlegen
  • beim passiven Zuhören von Reden anderer Personen
  • während der Menses

In der homöopathischen Literatur wird eine Verschlechterung der Modalitäten mit den Kürzel agg. gekennzeichnet. Diese Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Begriff aggravare ab und bedeutet so viel wie verschlechtern.Ebenso wird eine Verbesserung mit der Abkürzung amel. gekennzeichnet, was sich wiederum vom lateinischen Begriff Amelioration: die Verbesserung, ableitet.